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Kaeng Som – Thailands gesundes Sauer-Curry

Viele Thailand-Besucher lieben die vielfältige und aromatische thailändische Küche. Besonders beliebt sind Klassiker wie Pad Thai – gebratene Reisnudeln mit Ei, Tofu und Erdnüssen sowie Tom Yum, die würzig-saure Suppe mit Garnelen oder Khao Soi. Die cremige nordthailändische Curry-Nudelsuppe mit weichen und knusprigen Eiernudeln, serviert in einer aromatischen Kokosmilchbrühe mit Gewürzen wie Kurkuma und Chili hat viele Fans.

Khao Soi besonders in Nord-Thailand sehr beliebt

Auch Massaman Curry, ein mildes, cremiges Curry mit Kartoffeln und Erdnüssen, findet bei vielen großen Anklang. Neben diesen Gerichten sind frische Frühlings- und Sommerrollen und Mango Sticky Rice als süße Nachspeise ebenfalls sehr gefragt.

Hier im Süden geht es nicht ohne Roti. Ob auf dem Nachtmarkt oder am Straßenrand – überall duftet es nach frisch gebratenem Teig, Butter und süßer Kondensmilch. Roti ist außen knusprig, innen weich und wird gern mit Banane, Ei oder einfach nur Zucker serviert.

Roti Genuss in Phuket

Aber nun zu etwas ganz anderem – sauer, feurig und ohne jede Süße!

Haben Sie schon einmal das herrlich saure Kaeng Som probiert?

Anfangs dachte ich, „sauer“ passt nicht so zu meinem Geschmack und ich konnte mir kaum vorstellen, dass das wirklich gut schmeckt. Aber Kaeng Som ist anders. Die frische Säure überrascht positiv und macht das Gericht zu einem echten Geschmackserlebnis mit vielen gesundheitlichen Vorteilen.

Kaeng Som, ein traditionelles thailändisches Sauer-Curry, spiegelt das reiche kulinarische Erbe. Hergestellt aus regionalen Zutaten wie Süßwasserfisch und saisonalem Gemüse, ist dieses Gericht über alle sozialen Schichten hinweg zugänglich geblieben und erfreut sich landesweit großer Beliebtheit.

Die Herkunft des Namens „Kaeng Som“

Entgegen der landläufigen Meinung bezieht sich der Begriff „som“ in Kaeng Som nicht auf Orangen, sondern auf den sauren Geschmack, der das Gericht ausmacht. Diese charakteristische Säure stammt von natürlichen Zutaten wie Tamarindenpaste, Limetten, Asam Gelugur, Salak oder Mampat – je nach regionaler Verfügbarkeit und kulinarischer Tradition.

Asam Gelugur, Salak und Mampat – Thailands besondere saure Zutaten

Asam Gelugur: Eine getrocknete, säuerliche Frucht aus Südostasien, die oft zum Würzen von Gerichten verwendet wird. Sie verleiht Speisen eine angenehme, frische Säure.

Salak: Auch bekannt als Schlangenfrucht, ist eine tropische Frucht mit einer schuppigen, braunen Schale. Das Fruchtfleisch ist knackig, süß-säuerlich und wird gern frisch gegessen oder in Gerichten verarbeitet.

Mampat: Eine weniger bekannte saure Frucht aus Thailand, die ähnlich wie Tamarinde für eine säuerliche Note in Currys und Suppen sorgt.

Das Besondere am Kaeng Som

Was Kaeng Som besonders macht, ist, dass im Gegensatz zu vielen anderen thailändischen Currys keine Kokosmilch verwendet wird. Dadurch bleibt das Gericht leicht, frisch und klar im Geschmack. Die Säure und Schärfe stehen im Vordergrund – das macht Kaeng Som einzigartig.

Kaeng Som – Vom Land zum Königshof

Man geht davon aus, dass diese Art von sauerem Eintopf bereits seit der Ayutthaya-Zeit existiert und damals „Kaeng Ngao Ngod“ (แกงเหงาหงอด) genannt wurde. Dieses Gericht ähnelt dem heutigen Kaeng Som. Es wird vermutet, dass es von einer portugiesischen Suppe adaptiert wurde, die Maria Guyomar de Pinha eingeführt hat – eine japanisch-portugiesische Frau, die zur Zeit von König Narai die Küchenchefin am Königshof war.

Kaeng Som begann wohl als einfaches Landgericht mit Süßwasserfisch und regionalem Gemüse. Es verbindet sauer, salzig und scharf in einem leichten Curry. Mit der Zeit wurde das Gericht immer feiner und abwechslungsreicher.

In alten thailändischen Kochbüchern, besonders aus der Rattanakosin-Zeit, die als Hochphase der thailändischen Küche gilt, tauchen viele verschiedene Varianten von Kaeng Som auf. Dort wurden zum Beispiel auch Garnelen und andere Meeresfrüchte verwendet.

Auch die Currypaste wurde verbessert, damit das Gericht noch aromatischer und geschmackvoller wird.

Maria Guyomar de Pinha – Die Frau, die die thailändische Küche prägte

Maria Guyomar de Pinha (ca. 1664–1728) war eine bemerkenswerte Frau mit portugiesisch-thailändischer Herkunft, die im Siam (dem heutigen Thailand) des 17. Jahrhunderts lebte. Sie gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der kulinarischen Geschichte Thailands, weil sie viele portugiesische Back- und Dessertrezepte mit lokalen Zutaten kombinierte und so die thailändische Küche bereicherte.

Maria war Tochter eines portugiesischen Vaters und einer japanisch-thailändischen Mutter. Sie heiratete einen hochrangigen Beamten am Königshof von Ayutthaya und brachte dadurch ihre westlichen Kochtechniken in die königlichen Küchen ein. Besonders bekannt ist sie für die Einführung von Eierspeisen und Desserts wie Foi Thong (Goldfäden) und Thong Yip (goldene Tropfen), die bis heute in der thailändischen Küche sehr beliebt sind und als Symbol für Glück und Wohlstand gelten.

Kaeng Som, das saure Curry

Kaeng Som unterscheidet sich in Thailand stark, je nach regionalen Zutaten und Geschmacksvorlieben

  • Zentralthailand: Hier verwendet man meist Schlangenkopffisch oder Garnelen, dazu Gemüse wie Rettich, lange Bohnen, grüne Papaya und Moringa. Der Geschmack ist ausgewogen – sauer, salzig, scharf und leicht süß.
  • Südthailand: Bekannt als Kaeng Lueang (gelbes Curry), zeichnet sich diese Variante durch ihre intensive Schärfe und die leuchtend orange-gelbe Farbe aus. Typische Zutaten sind Meeresfische und Gemüse wie Bambussprossen, weiße Agasta-Blüten oder Kokossprossen.
  • Nord- und Nordostthailand: Hier werden häufig Schlangenkopffische oder andere Süßwasserfische verwendet, wobei die Aromen an die lokal verfügbaren Zutaten angepasst sind.

Kaeng Som mit Garnelen und einem Omelett aus Chao-Om (ein aromatisches Kraut) gehört heute zum festen Repertoire der thailändischen Küche. Es gibt auch andere Versionen mit Ananas oder Meeresfrüchten.

Kaeng Som mit Garnelen

Kaeng Som als ganzheitliche Ernährung

Kaeng Som steht nicht nur für kräftigen Geschmack, sondern verkörpert auch das Konzept von Nahrung als Medizin und bietet ganzheitliche gesundheitliche Vorteile. Die Säure unterstützt die Aufnahme wichtiger Mineralien wie Kalzium, Eisen, Zink und Elektrolyte.

Außerdem fördert das Gericht die Verdauung, lindert Magen-Darm-Beschwerden und kann sogar allergische Reaktionen mildern.

Auch wer Schärfe nicht so gut verträgt, findet bei Kaeng Som oft eine angenehm milde Variante. Das Gericht vereint beeindruckende bis zu 19 verschiedene saure Zutaten. darunter Tamarinde, Madan, Rosellen-Triebe, Kaffir-Limette, Santol und Tomaten.

https://www.nationthailand.com/life/food/40052258

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