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Vorsicht als Fußgänger in Thailand – auch bei Grün!

Thailand ist ein wunderschönes Land – doch wer hier zu Fuß unterwegs ist, sollte sich im Straßenverkehr besonders gut umsehen. Selbst als Fußgänger mit grünem Ampelsymbol ist man nicht automatisch sicher. Das klingt vielleicht überraschend, aber es ist traurige Realität, vor allem in Großstädten wie Bangkok oder Phuket.

Fußgänger in Thailand sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer und daher besonders gefährdet.

Deshalb sage ich immer wieder: Aufpassen! Aufpassen! Aufpassen!

Verkehr Bangkok, Überführung

Linksverkehr – die falsche Seite im Blick?

In Thailand herrscht Linksverkehr, das heißt: Autos, Busse, Motorroller und Fahrräder fahren auf der linken Straßenseite. Für viele Besucher aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist das ungewohnt.

Man neigt dazu, beim Überqueren der Straße zuerst nach links zu schauen – so wie man es von zuhause gewohnt ist. Doch in Thailand kommt der Verkehr oft zuerst von rechts! Das kann irritieren und im schlimmsten Fall gefährlich werden, wenn man die falsche Seite im Auge hat.

Deshalb gilt: Immer in beide Richtungen schauen – lieber einmal mehr als zu wenig. Und wenn möglich, an sicheren Übergängen oder mit anderen gemeinsam die Straße überqueren.

Grünes Männchen heißt nicht „freie Bahn“

In Deutschland und der Schweiz bedeutet eine grüne Fußgängerampel: Sie können losgehen, die Autos halten an. In Thailand leider nicht. Viele Autofahrer und Motorroller-Fahrer halten auch bei Rotlicht nicht immer an. Sie fahren trotzdem weiter, oft mit hoher Geschwindigkeit.

Besonders gefährlich: Motorroller, Busse und Minivans

Neben Autos sind es vor allem Motorroller, die gerne noch schnell abbiegen oder zwischen wartenden Fahrzeugen durchschlüpfen – selbst dann, wenn Fußgänger gerade über die Straße gehen. Busse und große Lieferwagen wirken oft so, als hätten sie keine Zeit zu warten und ziehen einfach durch.

Besonders auf Ferieninseln wie Phuket und Koh Samui ist zusätzlich Vorsicht geboten: Minivan-Fahrer stehen häufig unter Zeitdruck, fahren oft von einem Hotel zum nächsten oder zum Flughafen und sind deshalb nicht selten viel zu schnell unterwegs. Viele schneiden Kurven, halten nicht an Zebrastreifen und fahren auch bei Rot einfach weiter.

Auch einige Radfahrer verhalten sich im Straßenverkehr alles andere als rücksichtsvoll. Man sieht hin und wieder Fahrradfahrer, die meinen, Ampeln gelten für sie nicht.

Sie fahren einfach weiter – bei Rot, quer über Kreuzungen oder direkt durch Fußgängergruppen. Besonders gefährlich wird es, wenn sie dabei noch schnell unterwegs sind oder aus einer Seitenstraße plötzlich auftauchen, ohne zu bremsen.

Auch wenn Fahrräder im Vergleich zu Autos harmlos wirken: Ein unerwarteter Zusammenstoß kann schmerzhaft und gefährlich sein, gerade wenn man als Fußgänger nicht damit rechnet.

Die Mischung all dieser Verkehrsteilnehmer macht das Überqueren einer Straße zu einem echten Risiko – selbst auf dem Bürgersteig sollte man aufmerksam bleiben.

Achten Sie nicht nur auf die Ampel – sondern auf alles

Viele Touristen denken: „Grün ist grün, ich habe Vorrang. Doch das kann gefährlich werden. In Thailand gilt: Erst schauen, dann gehen – und dann trotzdem vorsichtig sein. Am besten ist es, den Verkehr zu beobachten, Blickkontakt mit Fahrern aufzunehmen und lieber zwei Sekunden länger zu warten als zu früh loszugehen.

Zebrastreifen – leider oft nur Deko

Zebrastreifen gibt es in vielen thailändischen Städten, aber sie werden nicht immer ernst genommen. Autofahrer bremsen nur selten automatisch ab. Man muss meistens ein klares Zeichen geben.

Manchmal muss man sogar vorsichtig einen Schritt auf die Straße machen, um zu zeigen, dass man rübermöchte. Das fühlt sich oft nicht ganz wohl an und ist auch nicht in jeder Situation empfehlenswert, besonders wenn der Verkehr unübersichtlich ist.

Einige Thais nutzen Handzeichen oder wedeln mit dem Schirm, um den Fahrern zu signalisieren: „Ich gehe jetzt!“ – eine einfache, aber oft wirksame Methode, um auf sich aufmerksam zu machen.

Überführungen nutzen – auch wenn’s ein paar Meter mehr sind

In vielen thailändischen Städten, vor allem an großen Straßen, gibt es Fußgängerüberführungen – also Brücken, über die man sicher auf die andere Straßenseite kommt.

Ja, manchmal muss man dafür ein paar Meter weiter laufen und eine Treppe hoch und wieder runter. Das ist bei Hitze oder mit Einkaufstaschen vielleicht nicht gerade bequem.

Wenn es also eine Überführung gibt: Nehmen Sie sie – Ihrer Sicherheit zuliebe.

Überführung für Fussgänger Bangkok

Unser Tipp: Lieber doppelt schauen

Wer in Thailand zu Fuß unterwegs ist, sollte immer doppelt schauen: Erst nach links, dann nach rechts und am besten nochmal nach links. Besondere Vorsicht gilt beim Überqueren von großen Straßen, auch an Ampeln.

Immer in beide Richtungen schauen – lieber einmal mehr als zu wenig. Und wenn möglich, mit anderen gemeinsam die Straße überqueren.

Fazit:
Der Straßenverkehr in Thailand funktioniert anders. Verlassen Sie sich nicht auf Regeln oder Schilder – verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl und ein gesundes Misstrauen. Fußgänger haben hier oft nicht die Priorität, die sie verdienen.

Auf Thailands Straßen ist wirklich alles möglich – Dinge, die Sie sich gar nicht vorstellen können. Hier müssen Sie immer mit dem Unerwarteten rechnen.

Mit Aufmerksamkeit und Vorsicht kommen Sie aber auch in Thailands Städten sicher ans Ziel.

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